Unterschiede

February 19, 2009Posted by Mod

 
In der Behandlung der Zwangsarbeiter gab es Unterschiede, die auf ihre Herkunft gegründet waren. Sondererlasse, die diskriminierende Inhalte hatten, sorgten dafür, dass polnische und sowjetische Zwangsarbeiter den ungerechten Behandlungen z. B. der Gestapo schutzlos ausgeliefert waren. Sie mussten sich durch die Aufschriften „OST“ (für Ostarbeiter) und „P“ (für Polen), die sie auf der Brust tragen mussten, kennzeichnen. Ihnen war es lediglich erlaubt, das Lager für ihre Arbeit zu verlassen.
Die osteuropäischen Zwangsarbeiter waren durch Verordnungen und Verträge an die Arbeit im Deutschen Reich gebunden. Sie durften nicht in ihr Heimatland zurückkehren.

Unter den Zwangsarbeitern waren auch viele Kinder und Jugendliche. Sie wurden ebenfalls zu harter Arbeit in deutschen Fabriken gezwungen. Die Zwangsarbeiter wurden in der Landwirtschaft, in Versorgungsunternehmen und Betrieben eingesetzt, die Waffen herstellten. Die Zwangsarbeiter wurden gerade so ernährt, dass sie in der Lage waren zu arbeiten. Auch Schlaf wurde ihnen nur so viel gewährt, wie unbedingt nötig war. Wer in den Augen der Lagerleiter und Vorarbeiter nicht genügend arbeitswillig war, bekam keine oder noch weniger Nahrung als die anderen. Zwangsarbeiter wurden auch belohnt, sofern sie dadurch zu mehr Arbeitsleistung gebracht werden konnten. Die Belohnung durfte jedoch kein Geld, kein Wertgegenstand und kein Alkohol sein.

Die Vernichtungslager des Deutschen Reiches waren in ihrer Lage so ausgesucht, dass die deutsche Bevölkerung sie nicht vor Augen hatte. Anders war es bei den Unterkünften der Zwangsarbeiter. Sie lagen in unmittelbarer Nähe der deutschen Bürger. Ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit oder der Verrichtung ihrer Aufgaben auf den Feldern konnten die Bewohner der Städte und Dörfer die Zwangsarbeiter sehen. Doch der einzige Kontakt zwischen der deutschen Bevölkerung und den Zwangsarbeitern lag meist darin, dass den ausländischen Zwangsarbeitern heimlich Lebensmittel zugesteckt wurden. Wurden deutsche Frauen dabei erwischt, dass sie mit ausländischen Arbeitern ein Verhältnis eingingen, wurden sie dafür bestraft und erniedrigt. Anders dagegen waren sexuelle Übergriffe auf ausländische Frauen von Männern, die als Lagerführer und Vorarbeiter tätig waren. Sie gingen in den meisten Fällen straffrei aus.