Unterschiedliche Methoden zur Rekrutierung von Arbeitern

February 19, 2009Posted by Mod

 
Durch die Einberufung der Männer zur Wehrmacht entstand ein enormer Mangel an Arbeitskräften. Der Mangel sollte durch die ausländischen Arbeitskräfte ausgeglichen werden. So arbeiteten in den Jahren 1939 bis 1945 über 8 Millionen ausländische Männer und Frauen, die aus fast ganz Europa kamen, im Deutschen Reich.
Die ausländischen Zivilarbeiter aus Westeuropa kamen bereits in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland. Sie arbeiteten freiwillig als Fremdarbeiter. Viele von ihnen wurden nur saisonal benötigt. Sie verbrachten die Wintermonate in ihrer Heimat und kehrten im Frühling zur Arbeit nach Deutschland zurück.

Als die Deutschen anfingen, gezielt Arbeiter aus Westeuropa anzuwerben, wurden von den einheimischen Behörden oft übertriebene Versprechen und Lügen eingesetzt, um die Menschen zur Arbeit im Deutschen Reich zu bewegen. Für die Beamten bedeutete jeder angeworbene Arbeiter eine extra Bezahlung. Da die westeuropäischen Arbeiter jedoch einen Arbeitsvertrag mit dem Recht auf Rückreise erhielten, kehrten viele in ihre Heimat zurück, nachdem sie die schlechten Bedingungen für Arbeiter in Deutschland erkannt hatten. Nach der anfänglich freiwilligen Rekrutierung, die bis 1939 stattfand, erfolgte ab 1939 zunehmend die Einberufung durch Zwang. Französische Arbeiter wurden auf indirektem Weg gezwungen, in Deutschland zu arbeiten.

Die französischen Behörden schlossen Betriebe und sorgten so für eine steigende Arbeitslosigkeit. Um dieser zu entgehen, gingen viele Franzosen ins Deutsche Reich. Als die Arbeitskräfte jedoch nicht mehr ausreichten, wurden auch in Frankreich Einziehungen der Menschen durch Zwang und Gewalt durchgeführt. Doch damit konnte der durch den Krieg entstandene Mangel an ausgebildeten Facharbeitern nicht beseitigt werden. 1942 vereinbarten die deutsche und die französische Regierung einen Tausch. Drei Facharbeiter aus Frankreich wurden gegen einen französischen Kriegsgefangenen ausgetauscht. Später rekrutierten die Deutschen gesamte Jahrgänge für ihre Arbeit. Davon waren sowohl Franzosen als auch Niederländer betroffen.

Zu Beginn der großen Anwerbeaktion wurde auch in den östlichen Ländern versucht, Menschen als „freiwillige“ Arbeiter anzuwerben. Doch blieb dies erfolglos. Infolgedessen wurden die Menschen dort mit den gleichen Mitteln gezwungen, im Deutschen Reich zu arbeiten, wie die Westeuropäer. Betriebe wurden geschlossen. Die Menschen meldeten sich bei den Arbeitsämtern arbeitslos. Neue Arbeit wurde ihnen dann bei den Deutschen zugeteilt. Die Regierungen standen dem machtlos oder willenlos gegenüber. Entweder waren ihre Länder bereits durch die Deutschen besetzt, so dass sie kein Recht hatten, in die Verfahrensweise der Deutschen einzugreifen oder sie waren käuflich und sahen daher tatenlos zu.

Doch hatten die Osteuropäer nicht einmal zu Beginn der Einziehung die Möglichkeit, wieder in ihr Heimatland zurückzukehren. Sie wurden letztendlich von Beginn an zur Arbeit im Deutschen Reich gezwungen. Schließlich gingen die Deutschen sogar so weit, dass sie jeden, der nicht durch entsprechende Papiere nachweisen konnte, dass er Arbeit hatte, als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich verschleppten.
Zwangrekrutierungen erfolgten letztlich in fast allen europäischen Ländern.